Meldung:

  • Mettmann, 25. Januar 2017
Sozialer Wohnungsbau und Stadtentwicklung:

SPD fordert mehr sozialen Wohnungsbau im Kreis Mettmann

Experten trafen sich in Wülfrath zur SPD-Fachtagung "Wohnen und Stadtentwicklung"

SPD fordert mehr sozialen Wohnungsbau im Kreis Mettmann

Zu einer Fachkonferenz „Wohnen und Stadtentwicklung“ hatte die Kreis-SPD am Samstag in die Wülfrather AWO geladen. Kreisvorsitzende Kerstin Griese machte in ihrer Begrüßung deutlich, dass in der Städten des Kreises dringend mehr für den sozialen Wohnungsbau getan werden müsse. Eine Anfrage der SPD Kreistagsfraktion habe ergeben, so Griese, dass der Bestand an bezahlbarem Wohnraum in den kreisangehörigen Städten rückläufig sei.

Die wohnungsbaupolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Sarah Phillip, stellte die Maßnahmenkataloge der Landesregierung zum sozialen Wohnungsbau in NRW vor. Aus Mitteln des Bundes und des Landes ist ein wahrer Boom an neuen Bautätigkeiten im letzten Jahr in NRW entstanden. „Im Jahr 2016 sind in NRW so viele Wohnungen gebaut worden wie seit Jahren nicht mehr. 1,1 Mrd. Euro Fördermittel haben dies ermöglicht. Das ist Beleg für unsere richtige Wohnungsbaupolitik, die auch noch ein starkes Konjunkturprogramm für unsere Bauwirtschaft ist,“ so Phillip vor den ca. 100 interessierten Gästen der Fachtagung. 2015 und 2016 sind Mittel für ca. 20.000 Wohnungen über die NRW-Bank abgerufen worden, so Phillip.

Manfred Krick, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Landrat im Kreis Mettmann, hatte die Fachtagung vorbreitet. Ihn ärgere, dass der soziale Wohnungsbau im Kreis Mettmann rückläufig sei und die Städte Grundstücke oft an die Meistbietenden verkaufen, ohne dabei Rücksicht auf städtebauliche Entwicklungen und sozialen Ausgleich auf dem Wohnungsmarkt zu nehmen. „In den letzten zwei Jahren sind im Kreis Mettmann nur für 143 Wohnungen Mittel beantragt worden. Das ist deutlich zu wenig, wenn man sich die deutlich höheren Investitionen in den Nachbarkreisen in den sozialen Wohnungsbau ansieht“, so Manfred Krick. In einer Resolution, die die Fachkonferenz einstimmig beschloss, werden die Städte deshalb aufgefordert „städtische Grundstücke nicht nach Höchstpreisgebot, sondern nach Kriterien der Mischung aus freifinanziertem und gefördertem Wohnungsbau“ zu verkaufen.

Im Rahmen der anschließenden Diskussion stellte Ludger Kloidt, Geschäftsführer NRW.Urban, ein Tochterunternehmen des Landes, Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Wohnungsbau zwischen dem Land und den Städten dar. Kloidt machte deutlich, dass NRW.Urban von der Beratung, über den Grundstückskauf bis zur Erstellung von sozial geförderten Wohnungen den Städten als Partner zur Verfügung stehen. „Wir stehen bereit, die Städte können jederzeit auf uns zukommen“, so Kloidt.

Gisbert Schwarzhoff von der Wohnungs- und Siedlungs-GmbH, ein Tochterunternehmen des Sozialverbandes VdK, und Astrid Patten, Leiterin Wohnen im Johanniterhaus in Hochdahl, stellten soziale Wohnprojekte in der Praxis vor. „Wir bauen ganz modern, für verschiedene Bevölkerungsgruppen, achten auf den sozialen Zusammenhang und erzielen eine Rendite von 5 bis 6 Prozent“, so Schwarzhoff, „damit lässt sich gut investieren“. Astrid Patten stellte das seit 20 Jahren erfolgreich betriebene Projekt mit insgesamt 23 Wohnungen für ältere Menschen mit Wohnberechtigungsschein in Hochdahl vor. „Wir Johanniter sehen Bedarf für solche Angebote auch in den anderen Städten des Kreises und würden gern ähnliche Projekte auch in anderen Städten bauen und betreiben.“ Von rund 240.000 Wohnungen in den 10 Städten des Kreises sind nur etwas mehr als 15.000 Sozialwohnungen. Anspruch auf eine Sozialwohnung hat aber eine 4-köpfige Familie mit 2 Kindern bei einem Monatseinkommen von bis zu 4.400 Euro.

Manfred Krick machte zum Abschluss der Veranstaltung deutlich, dass die SPD am Thema dran bleibe und rief die vielen anwesenden Kommunalpolitiker auf, den sozialen Wohnungsbau auf die Tagesordnung der Stadträte zu setzen und damit eine Stadtentwicklung des sozialen Miteinanders in den Städten zu unterstützen.


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